Social Media – dabei sein ist alles und der Rubel rollt?
Vor einigen Jahren war es noch etwas Besonderes, eine Internetseite zu haben. Dann wurde es mehr und mehr zum Alltag und heute betreibt jeder noch so kleine Hobby-Verein eine Internetpräsenz. Wer damals in die exquisite Gemeinde der Webpageinhaber eintrat, der hatte eine Erwartung: Nun bin ich ja auch drin – im großen weiten Internet – und ab sofort hab ich Bestellungen und Aufträge ohne Ende. Kann ja gar nicht anders sein!
Schnell wurde jedoch klar, dass das bloße „Drinsein“ zu gar nichts führte, denn die schicken Seiten mussten erst einmal durch Suchmaschinen gefunden und gewertet werden. Und bis das passierte, wurde viel probiert, „gedoktert“, Geld für Suchmaschinenoptimierung, Onlinewerbung usw. ausgegeben. Und dann, irgendwann später, kamen vielleicht auch die ersten Onlinekunden.
Social Media – dabei sein ist alles und der Rubel rollt?
Seit einigen Jahren gehört es nun „zum guten Ton“, sich auch in den Sozialen Medien als Unternehmer zu präsentieren. Hier haben sich einige Portale als sehr interessant erwiesen, darunter Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing, seit neuestem auch Google Plus u.v.a.m.
Sicher ist es gerade auch für frisch gegründete kleine und mittelständische Unternehmen interessant, sich auch hier mit ihrem Angebot zu präsentieren. Es geht darum, sich (ggf. auch persönlich als Unternehmer) mit seinem Unternehmen zur „Marke“ machen und der Social-Media-Gemeinde positiv im Gedächtnis oder sagen wir ruhig „im Hinterkopf“ zu sein.
Nicht mehr??
Holen wir etwas aus und nehmen ein Beispiel aus dem praktischen Leben: Sie sind zu einer Veranstaltung eingeladen, plaudern mit einem Getränk Ihrer Wahl in der Hand mit einem Menschen, der neben Ihnen steht und erfahren dies und das über ihn und nehmen wir einmal an auch, dass Ihr Gegenüber Architekt ist. Nun passiert natürlich folgendes: Sie werden sich mit der flachen Hand an die Stirn klopfen und sagen: Mensch klasse! – Jetzt hab ich gerade einen Architekten kennengelernt! Toll! Da bestelle ich mir doch glatt ein Haus: Sofort und auf der Stelle.
Das würden Sie nicht tun? Dachte ich mir! Warum nicht? Nun, Sie kennen den Menschen nicht, haben vielleicht schon ein Haus, haben keine finanziellen Mittel für einen Hausbau, wollten noch nie ein Häusschen mit Garten, haben gerade ganz andere Sorgen?
Anderes Beispiel: Man sieht sie täglich auf deutschen Strassen und großen Plätzen mit viel Menschenauflauf – die jobbenden Studenten, die irgendwelche Flyer verteilen: Bei 5 Pizzen eine gratis und noch eine Cola obendrauf. Natürlich rennen Sie sofort mit dem Flyer in der Hand quer durch die ganze Stadt, um sich dieses Super-Sonder-Angebot bloss nicht entgehen zu lassen! Nein? Machen Sie auch nicht? (Sie haben keinen Hunger, Sie sind Vegetarier, Sie hassen Pizza, Sie haben keine Zeit?)
Was will ich damit sagen: Egal an welcher Stelle und wo ich werbe oder Menschen kennenlerne muss ein einen BEDARF geben, wenn ich etwas verkaufen möchte. Nun ist es so, dass eine Social-Media-Fangemeinde oft schnell wachsen kann und man die Menschen, die hier etwas anbieten gar nicht mehr überblicken kann. Umso mehr kommt es darauf an, sich aus der Masse hervorzuheben. Und dies tut man nur, indem man gezielt etwas bietet, was die Menschen in meinem Social-Media-Umfeld auch weiter bringt. Dazu gehören interessante Informationen, eine Prise Humor, Kommunikationsfreudigkeit, Aktion und Reaktion. Das pure posten von reiner Werbung bringt bekanntermassen gar nichts.
Warum?
Stellen Sie sich vor, unser Beispielarchitekt würde bei jeder Gelegenheit auf Sie zulaufen und laut rufen: „Ich bin doch der, der die schönsten und teuersten und größten Häuser baut!“ Spätestens beim dritten Mal werden Sie die Augen verdrehen und je nach Charakterveranlagung vielleicht auch laut zurückrufen: „Lass mich in Ruhe! Ich WILL Dein Haus nicht!“. Gleiches gilt für das Pizza-Beispiel. Auch hier werden Sie sich irgendwann wehren und rufen: „Ich HASSE Pizza!“
Eins ist klar – überall auf dieser Welt – virtuell oder real – der Kunde kauft nur, wenn er Bedarf hat, vom Produkt / der Leistung, dem Unternehmen, dem Preis und der Qualität überzeugt ist. Und diese Überzeugung gilt es, bei potentiellen Kunden aufzubauen. Die Wege können vielfältig sein. Und meist sind sie lang und bedürfen Ausdauer.
Zugegeben – diese Beispiele sind bewusst etwas übertrieben. Aber sie verdeutlichen ganz klar: Nur wer seinen „Freunden“ in der Social-Media-Welt einen Mehrwert bietet, der wird auch nach aussen wahrgenommen. Alle anderen – so traurig das ist, verschwinden einfach in der grauen Masse.
Man braucht eine Vorstellung davon, WAS will ich erreichen, WEN will ich erreichen und WIE. Dann kann man sich an die Planung machen und sein Ziel kontinuierlich umsetzen. Dazu muss man sich nicht zum Sonntagskaffee hinsetzen und eine Matrix malen, sondern sich über die Möglichkeiten informieren, über Werkzeuge, die die Arbeit erleichtern und ganz einfach seinen gesunden Menschenverstand einschalten. Natürlich wird nicht alles klappen, was man sich vornimmt – auch in der Social-Media-World nicht. Aber man kann daran arbeiten. Versuch und Irrtum sind nicht ausgeschlossen.
Wer an diesen Zielen kontinuierlich und nicht nur sporadisch arbeitet, wer überhaupt einen Plan und ein Ziel hat, über Geduld und Ausdauer verfügt, der wird auch in den sozialen Medien Erfolg haben. Und dann ist EIN weiterer Vertriebsweg erschlossen. Und dann und auch nur dann kann der „Rubel ganz langsam ins Rollen kommen“.
In diesem Sinne – viel Geduld, Mut, Ausdauer und gute Ideen!
Gastartikel von Constanze Baehr
Inhaberin rechnungsprofi.de - Constanze auf Facebook - Constanze auf Google+


Ich bin gelernte Wirtschafts-informatikerin und seit Jahren beschäftige ich mich mit den sozialen Medien und beobachte deren Entwicklung. Webdesign, SEO und Onlinemarketing sind meine Passion. Mein Wissen gebe ich in Webinaren, Seminaren und Coachings weiter.
Kontaktiert mich gerne unter +49-8591-912290 oder info[at]socialmedia-bayern.de







Hallo Frau Baehr,
Sie sprechen mir aus dem Herzen!
Ich unterhalte mich oft mit (Jung)UnternehmerInnen die glauben, dass es ausreichen würde 1x auf einer Netzwerk-Veranstaltung zu businesstalken und schon fliegen die Aufträge einem zu.
Der Business-Smalltalk lebt davon sich optimal zu präsentieren und offen bzw. interessiert an dem Gesprächspartner zu sein.
Und nur wenn ich authentisch bin und dem anderen seinen Freiraum lasse, entstehen wertvolle Beziehungen aus denen sich vielleicht eine Weiterempfehlung oder ein Geschäft ergibt.
Herzliche Grüße
Christine Naber-Blaess
Expertin für stressfreies Reden und Business-Smalltalk